Galerie

2. Ausstellung zum Thema

UND DANN... zuerst 20x20cm Entwürfe ... UND DANN 50x50cm Acryl auf Leinwand

Was geschieht, wenn ein Bild nicht mit dem Ganzen beginnt? Jedes Motiv erzählt seine eigene Geschichte. Erst im Weitergehen verbinden sich die Fragmente zu einer gemeinsamen Bildwelt. Die Arbeiten treten in einen Dialog mit der Natur, mit kunstgeschichtlichen Bezügen und mit Symbolen verschiedener Kulturen. Bekanntes wird verwandelt und erhält eine neue Bedeutung.

UND DANN … Jedes Bild beginnt mit einem einzelnen Gedanken. Ein Motiv wird entdeckt, verändert, weitergedacht. Die ausgestellten Arbeiten zeigen nicht nur Ergebnisse, sondern Stationen eines künstlerischen Denkens. Sie laden dazu ein, den Weg nachzuvollziehen, eigene Verbindungen zu entdecken und die Geschichte weiterzuschreiben.

UND DANN …

Zwischen Leben und Erinnerung
zwischen Gegenwart und Vorstellung
zwischen Wirklichkeit und innerem Bild

Die einzelnen Arbeiten öffnen Fenster in diese Zwischenräume. Erst am Ende begegnen sie sich im großen Gemälde. Vielleicht ist es nicht das Ziel einer Reise. Vielleicht ist es ihr Anfang.

UND DANN …

Ein Baum, Figuren … ein Bild entsteht
 

Gemeinschaftsarbeit mit der Gruppe Vielmalerei

Ulrike Springer

Wie meine Kunstwerke entstehen

Meine Kunst beginnt wie immer mit Grundierungen. Aus den Farbaufträgen wird das Motiv heraus- gegraben, wie ein alter verborgener Schatz von weit her. Der Prozess des „Herausgrabens“ bedeutet, dass Formen erst im Laufe der Arbeit allmählich in meinen Gedanken und Kopf zum Vorschein kommen. Die verschiedenen Arbeitsprozesse versuche ich zu einer vielschichtigen Komposition zu entwickeln, die den Betrachter dazu einlädt, tiefer in das Werk einzutauchen und die verborgenen Elemente zu erkunden. 

Der geschmiedete Himmel- die Himmelsscheibe von Nebra

Acryl auf Leinwand, 2025, 50x50cm 

Von weit her und jetzt da. Aus meiner Grundierung herausgeschält.

Woher kommt diese Scheibe? Ca. 3600 Jahre alt ist sie, aus der Bronzezeit und ein Weltstar, seit sie 1999 raubgräberisch „geborgen“ wurde. Mithin ist sie die bisher älteste bekannte Himmelsdarstellung und fasziniert sowohl Öffentlichkeit wie auch die Forschung. Vergleicht man sie mit Himmelsdarstellungen aus späteren Zeiten, auf denen es von mythischen und mystischen Wesen nur so wimmelt, ist „das bronzezeitliche Ding, so nüchtern wie ein Verkehrsschild“ meint Wolfhard Schlosser, Universität Bochum.

Da sind zwei Randleistenbeile mit einem Meißel, zwei Bronzeschwerter und Bruchstücke zweier spiralförmiger Armreifen. Die Bronzeschwerter waren ungenutzt und mit den anderen Fundstücken vergraben. 

Archäologische Funde sind nicht einfach nur alte Gegenstände, sondern sie erzählen Geschichten. Auf der Scheibe sind zwei für Ackerbaugesellschaften sehr wichtige Daten zu erkennen. Die jeweilige gemeinsame Sichtbarkeit von Sichelmond, bzw. Vollmond mit den Plejaden am Westhimmel markierten in der Bronzezeit den Anfang und das Ende des bäuerlichen Jahres, Mitte März und Mitte Oktober. Die Winkel der Bögen, vom Mittelpunkt der Scheibe aus gemessen, entsprechen genau dem Wert, den die Sonne auf Höhe Magdeburg im Laufe des Jahres beschreibt.

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